Das denkmalgeschützte Schulhaus Altes Hörli aus dem Jahr 1906 bildet seit jeher einen prägenden Baustein im Ortskern von Teufen. Mit der umfassenden Sanierung und der Umnutzung von der ehemaligen Sekundarschule zur modernen Primarschule wurde das historische Gebäude behutsam erneuert und gleichzeitig bautechnisch auf einen heutigen Standard gehoben.
Zentral war der respektvolle Umgang mit der historischen Bausubstanz. Tragwerk, Fassaden und charakteristische Innenraumelemente wurden erhalten, konserviert und dort ergänzt, wo bauphysikalische Erfordernisse es verlangten. Im gesamten Gebäude wurde die Raumstruktur neu gedacht und an die aktuellen pädagogischen Anforderungen angepasst.
Das vollständig entkernte Dachgeschoss erhielt einen statisch ertüchtigten Dachstuhl und wurde in flexible, unterteilbare Mehrzweckräume mit integrierter Küche verwandelt – lichtdurchflutet und akustisch für unterschiedliche Nutzungen abgestimmt.
Die Gebäudetechnik wurde erneuert und nach energetischen Gesichtspunkten optimiert. Eine sorgfältig abgestimmte Dämmstrategie verbessert heute die thermische Hülle, während neue Beschattungssysteme den sommerlichen Wärmeschutz sichern. Brandschutzmassnahmen, Schallschutzoptimierungen sowie die Herstellung der barrierefreien Erschliessung aller Geschosse heben das Schulhaus auf ein zeitgemässes Sicherheits- und Komfortniveau.
Auch die innenräumliche Denkmalpflege erhielt besonderes Gewicht. Im Treppenhaus wurden die historischen Terrazzobeläge freigelegt, ergänzt und schonend aufgefrischt. Das Treppengeländer konnte trotz Anpassung an heutige Sicherheitsnormen seinen ursprünglichen Charakter bewahren.
Mit dem Blick in die Appenzeller Hügellandschaft und der nun energetisch wie räumlich optimierten Gebäudestruktur entstand eine inspirierende Lernumgebung in traditionellen Mauern – ein Schulhaus, das Geschichte bewahrt und gleichzeitig den Bedürfnissen der Teufener Primarschüler von heute gerecht wird.
Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten – der Bauherrschaft, den Planungs- und Fachingenieurteams, den Handwerksbetrieben sowie der Gemeinde Teufen – für die engagierte Zusammenarbeit und das gemeinsame Gelingen dieses besonderen Projekts.
barbara gschwend architektur, Teufen
rsp Bauleitungen AG, Herisau
Gerevini Ingenieurbüro, St. Gallen
Fotos: Nina Baisch